Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

G. Blettner, A. Grossert-Leugger, A. Mehnert, J. Weis (vlnr)

München, 10.10.2018

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € do-tierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) am 10. Oktober 2018 in München.

Gegenstand der Dissertation war das STREAM-Programm (Stress aktiv mindern), einer niederschwelligen Intervention per Internet zur Reduktion der akuten Belastung für Krebspatienten unmittelbar nach der Diag-nosestellung. In der randomisierten Interventionsstudie des Universitätsspitals Basel wurden vor allem der Nutzen und die Durchführbarkeit des Online-Angebots untersucht. Astrid Grossert-Leugger konnte zeigen, dass die web-basierte Intervention in Kombination mit regelmäßigen E-Mail-Kontakten zum Psychologen von Patienten gut angenommen wurde und zur Stressreduktion in der frühen Erkrankungsphase erfolgreich ein-gesetzt werden konnten. Die Lebensqualität der Patienten konnte signifikant verbessert werden.

Unabhängige, internationale Gutachter haben diese Arbeit unter vielen Einsendungen ausgewählt und unter-strichen das hohe wissenschaftliche Niveau sowie die exzellente methodische Qualität und Originalität.

Die Originalarbeit wurde 2018 in der international renommierten Zeitschrift Journal of Clinical Oncology ver-öffentlicht.

„Die Preisträgerin leistet mit ihrer innovativen Studie einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung psychoonkolo-gischer Unterstützungsangebote für neu diagnostizierte Krebspatienten“, sagte Prof. Dr. Joachim Weis, Vor-sitzender des Vereins für Fort- und Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO), in seiner Laudatio.

Kurzbiografie Astrid Grossert-Leugger: Eidgenössisch anerkannte psychologische Psychotherapeutin und Physiotherapeutin. Tätig als Psychoonkologin, Körperpsychotherapeutin und Wissenschaftlerin am Universi-tätsspital Basel (Schweiz), Klinik für Onkologie und Abteilung für Psychosomatik.

Hintergrund: Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie wurde 2013 durch die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie e.V. (WPO), die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie der Deutschen Krebsge-sellschaft e.V. (PSO) sowie die Familie Schwarz ins Leben gerufen und dient der Förderung des wissenschaftli-chen Nachwuchses und zur Weiterentwicklung der Psychoonkologie.

Die WPO bietet seit 1994 deutschlandweit Seminare und Curricula an, die aktuelles Fachwissen zu onkologi-schen und psychosozialen Themen vermitteln. Ziel der WPO ist es, die praktischen Handlungskompetenzen zu erweitern sowie die interdisziplinäre Kooperation zwischen den verschiedenen psychoonkologisch tätigen Berufsgruppen zu fördern.

Kontakt: Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO): Sektion Psychoonkologie, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Univ.-Klinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 155, 69120 Heidelberg, Tel.-Nr. 06221/56 47 19, info@wpo-ev.de, www.wpo-ev.de

Literatur: Corinne Urech, Astrid Grossert, Judith Alder et al. Web-based stress management for newly diagnosed cancer patients (STREAM): A randomized, wait-list con-trolled intervention study, Journal of Clinical Oncology (2018), doi: 10.1200/JCO.2017.74.8491

Bildnachweis: (privat)


Bisherige Preisträger

Preisträger 2016

Dr. sc. hum. Marco Warth, Dipl.-Psych., Musiktherapeut M.A., Akademischer Mitarbeiter am Institut für Medizinische Psychologie, UniversitätsKlinikum Heidelberg Arbeit zum Thema: „Wirksamkeit von Musiktherapie in der Palliativmedizin“

Preisträgerin 2015
Dr. phil. Thomas Krattenmacher, Dipl.-Psych., Lehrbeauftragter am Institut für Psychologie der Universität Kiel und eigene Privatpraxis in Kiel und Hamburg
Arbeit: „Untersuchungen zur psychosozialen Anpassung von Kindern in Familien mit einem krebskranken Elternteil“

Preisträgerin 2014

Prof. Dr. rer. medic. Lena Ansmann, Universität Oldenburg, Department für Versorgungsforschung
Arbeit: „Die Arzt-Patient Interaktion und der Kontext Krankenhaus - Untersuchungen zu sozialer Unterstützung durch Ärzte in der Versorgung von Brustkrebspatienten“ 

Preisträgerinnen 2013
Dr. phil. Sigrun Vehling, Dipl.-Psych. Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Univ.-Klinikum Eppendorf, Hamburg, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Arbeit: „Receiving Palliative Treatment Moderates the Effect of Age and Gender on Demoralization in Patients with Cancer“

Dr. phil. Hilke Rath, Dipl.-Psych., Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Univ.-Klinikum Eppendorf, Hamburg, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Arbeit: „Work-related predictors of not returning to work after inpatient rehabilitation in cancer patients“

Prof. Dr. Reinhold Schwarz

Foto: Thomas Peisker

Reinhold Schwarz wurde am 10.5.1946 in Brackenheim/Württemberg geboren. Er studierte von 1966 bis 1972 Humanmedizin an den Universitäten in Marburg, München und London. 1991 habilitierte er sich und erwarb die venia legendi für die Fächer "Klinische Psychosomatik und Sozialmedizin". Am 20. November 2008 ist er völlig unerwartet in Leipzig verstorben. Weiterlesen (Nachruf der Universität Leipzig)...