Vertiefungsseminare 1. Halbjahr 2020

Seit 1994 führt die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie (dapo) verschiedene Curricula zur psychoonkologischen Qualifizierung durch, die von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert sind.

Die Vertiefungsseminare ergänzen das Angebot der WPO-Curricula, um dadurch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Qualifizierung, Vernetzung der Psychoonkologen/innen sowie mittelbar zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Krebspatienten zu leisten.

Seminarangebote

1. Existenzielle Fragestellungen in der therapeutischen Arbeit mit Krebskranken
2. Der ältere Patient in der Psychoonkologie
3. Systemische Familienmedizin – Therapie und Beratung von Krebskranken und Angehörigen
4. Achtsamkeit und Selbstmitgefühl in der Psychoonkologie
5. Dem Existenziellen Erleben schwerkranker Krebspatienten mit Achtsamkeit begegnen
1. Existenzielle Fragestellungen in der therapeutischen Arbeit mit Krebskranken

1. Existenzielle Fragestellungen in der therapeutischen Arbeit mit Krebskranken

14. – 15.02.20
Fr. 14:00 – Sa. 17:00
Hamburg
Tagungshaus: Univ.-Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Kursgebühr: 370 €
14 Unterrichtseinheiten, max. 20 Teilnehmer/innen

Frank Schulz-Kindermann, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Hamburg

Existenzielle Fragen zu Lebenssinn, Demoralisierung, Todesangst und Endlichkeit werden gerade bei fortgeschritten erkrankten Krebspatienten angesprochen. Das biografische Narrativ wird ebenso aktualisiert, wie das Bindungssystem, potenzielle traumatische Erfahrungen oder die Suche nach einer persönlichen Spiritualität. Existenzielle psychoonkologische Interventionsansätze fokussieren diese Themen unter explizitem Bezug auf die kurative oder palliative Behandlungssituation.

Im Workshop werden die existenzialphilosophischen und -therapeutischen Grundlagen erarbeitet, psychoonkologische Fallbeispiele vorgestellt und klinische Anliegen der Teilnehmer/innen einbezogen. Dabei wird das „Existenzielle Ringen“ um Fragen von Sinn und Sinnlosigkeit, Autonomie und Freiheit, Isolation und Verbundenheit fokussiert. Schließlich widmen wir uns dem Aspekt der doppelten Bewusstheit und seiner Berücksichtigung im therapeutischen Kontakt.

2. Der ältere Patient in der Psychoonkologie

2. Der ältere Patient in der Psychoonkologie

06. – 07.03.20
Fr. 12:30 – Sa. 17:00
Heidelberg
Tagungshaus: Hotel ISG, Heidelberg (Boxberg), www.isg-hotel.de

Kursgebühr: 370 €
14 Unterrichtseinheiten, max. 20 Teilnehmer/innen

Imad Maatouk, Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Heidelberg

Ältere Patienten leiden häufig unter verschiedenen chronischen körperlichen und psychischen Erkrankungen. Die Einschätzung und Einordnung von Symptomen wird dadurch erschwert. Bei einem Teil der belasteten Patienten besteht darüber hinaus eine Skepsis gegenüber psychosozialen Unterstützungsangeboten.

Kenntnisse zu spezifischen körperlichen und psychosozialen Belastungen älterer Krebspatienten werden gemeinsam anhand zahlreicher Fallbeispiele erarbeitet. Besonderheiten der Diagnostik (z.B. Einschätzung von kognitiver Einschränkung, biopsychosozialer Komplexität, Polypharmazie und Gebrechlichkeit) und Behandlung (z.B. Beratung, Paarberatung und Umgang mit Sexualität, Psychotherapie im Alter sowie sozialrechtliche Besonderheiten) werden praxisnah vermittelt. Handlungsstrategien können von den Teilnehmer/innen in die eigene klinische Arbeit mit älteren Krebspatienten integriert werden. Die Schwelle eines Zugangs zu psychosozialen Unterstützungsangeboten kann gesenkt werden, um die stetig wachsende Gruppe älterer Krebspatienten besser erreichen und bedarfsgerecht versorgen zu können. Alle Teilnehmer/innen sind eingeladen, eigene Fälle einzubringen, die gemeinsam reflektiert werden.

3. Systemische Familienmedizin – Therapie und Beratung von Krebskranken und Angehörigen

3. Systemische Familienmedizin – Therapie und Beratung von Krebskranken und Angehörigen

24. – 25.04.20
Fr. 12:30 – Sa. 17:00
Freiburg
Tagungshaus: Caritas Tagungszentrum Freiburg, www.caritas-tagungszentrum.de

Kursgebühr: 370 €
14 Unterrichtseinheiten, max. 20 Teilnehmer/innen

Werner Geigges, Dr. med., Facharzt für Innere Med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Glottertal

Ziel dieses Kurses ist die Vermittlung systemischer Sichtweisen und Interventionsmöglichkeiten für Therapie und Beratung von Krebskranken und ihren Angehörigen. Themen und Kursinhalte:

  • Familienmedizinische Perspektiven und das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell
  • Familie als belastetes System und als Ressource
  • Diagnostische Zugänge: u.a. Genogramm, Lebenszyklus, Familienstruktur-Modelle, familiäre Krankheitstheorien und familiäre Wertvorstellungen, Familiengeschichte und Familienmythen
  • Kinder kranker Eltern
  • Kranke Kinder und ihre Familien
  • Auswirkungen schwerer oder chronischer Erkrankungen auf die Partnerschaft

Die o.g. Inhalte werden in Kurzvorträgen, Übungen, Rollenspielen, Skulpturarbeit, Selbsterfahrung, Falldemonstrationen und anhand von Fallbeispielen aus dem eigenen Arbeitskontext der Teilnehmer/innen vermittelt.

4. Achtsamkeit und Selbstmitgefühl in der Psychoonkologie

4. Achtsamkeit und Selbstmitgefühl in der Psychoonkologie

15. – 16.05.20
Fr. 12:30 – Sa. 17:00
Heidelberg
Tagungshaus: Hotel ISG, Heidelberg (Boxberg), www.isg-hotel.de

Kursgebühr: 370 €
14 Unterrichtseinheiten, max. 16 Teilnehmer/innen

Anette Brechtel, Dr. sc. hum., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Speyer

Wie wir leidvollen Erfahrungen achtsam und mitfühlend begegnen können.
Krebspatienten/innen erleben viel Leidvolles. Im Umgang damit zeigt sich oftmals eine fordernde Haltung: „mit der Krankheit richtig umgehen zu können“, „positiv denken zu müssen“. Was dabei meist wenig Berücksichtigung findet, ist ein achtsamer, mitfühlender und liebevoller Umgang mit all den Gefühlen, Erfahrungen und Gedanken. In unserem psychoonkologischen Alltag sind wir als Behandler gewohnt, Leidvollem zu begegnen und unseren Patienten/innen Mitgefühl entgegen zu bringen. Doch wie geht es uns manchmal mit diesem geballten Erleben von Leid und unserer eigenen Erwartungshaltung an unser Tun? Auf der Basis verschiedener Trainings zu Achtsamkeit und Selbstmitgefühl werden in diesem Workshop theoretisches Wissen sowie praktische Übungen vermittelt, die einen neuen Zugang zu persönlichen Ressourcen und damit einen heilsamen Umgang mit leidvollen Erfahrungen ermöglichen.

5. Dem Existenziellen Erleben schwerkranker Krebspatienten mit Achtsamkeit begegnen

5. Dem Existenziellen Erleben schwerkranker Krebspatienten mit Achtsamkeit begegnen

27. – 29.08.20
Do. 14:00 – Sa. 15:00
Hamburg
Tagungshaus: Gästehaus der Universität Hamburg

Kursgebühr: 540 €
20 Unterrichtseinheiten, max. 20 Teilnehmer/innen

Anette Brechtel, Dr. sc. hum., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Speyer
Frank Schulz-Kindermann, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Hamburg

Vor allem schwerkranke Krebspatienten erleben zuweilen ein Auseinanderfallen ihres In-der-Welt-Seins: Beziehungserfahrung wird brüchig, Körperwahrnehmung fremdartig, Sinnerleben fragwürdig. Häufig gehen solche Fragmentierungsprozesse mit Gefühlen von Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Demoralisierung und Angst einher. Die psychoonkologische Begleitung in dieser Lebenssituation setzt auf authentische Begegnung in der Konfrontation mit existenziellen Fragestellungen. Sie fokussiert die Auseinandersetzung mit Endlichkeit, Sinnverlust und Sinnsuche, aber auch mit nicht versiegender Vitalität.

Das Seminar begibt sich auf die Spur dieser widerstreitenden Kräfte und bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit existenziellen Fragen und deren Potential zu beschäftigen. Aus dem Fundus achtsamkeitsbasierter Therapieansätze werden Übungen eingeflochten, die einen solchen Zugang ressourcenorientiert unterstützen.

Zielgruppe

Teilnehmen können PsychologenInnen, ÄrzteInnen, SozialarbeiterInnen/-pädagogenInnen, KlinikseelsorgerInnen und verwandte psychosoziale Berufsgruppen mit entsprechendem Hochschulabschluss und beruflicher Erfahrung in der Arbeit mit KrebspatientInnen.

Kosten

370 € für 2-Tages-Seminare, inkl. Pausenverpflegung, Kursunterlagen, ggf. Aufpreis für Verpflegung abhängig vom Tagungsort (Fr. – Sa.)

540 € für 3-Tages-Seminare, inkl. Pausenverpflegung, Kursunterlagen, ggf. Aufpreis für Verpflegung abhängig vom Tagungsort (Seminar 5, Do. – Sa.)

Anerkennung

Die Seminare werden durch die Ärzte- bzw. Psychotherapeutenkammern zertifiziert.

Stornierung

Die schriftliche Abmeldung ist bis vier Wochen (28 Tage) vor Kursbeginn möglich. Die Stornogebühr beträgt 10 % der Kursgebühr.

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