Vertiefungsseminare

Seit 1994 führt die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie (dapo) verschiedene Curricula zur psychoonkologischen Qualifizierung durch, die von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert sind.

Die Vertiefungsseminare ergänzen das Angebot der WPO-Curricula, um dadurch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Qualifizierung, Vernetzung der Psychoonkolog*innen sowie mittelbar zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Krebspatient*innen zu leisten.

Die Vertiefungsseminare finden entweder Online oder in Präsenz statt (siehe Ausschreibung vom jeweiligen Seminar). Es gibt keine Hybridveranstaltungen. Die Online-Vertiefungsseminare haben einen eigenen technischen Support während des kompletten Seminars, inkl. ZOOM-Coaching vor Beginn.

Seminarangebote – 1. Halbjahr 2027

Schwere Krisen und Krisenintervention in der Onkologie

29. – 30.01.2027 online

Fr. 15.00 – 18.30 Uhr
Sa.  9.00 – 17.00 Uhr

Seminargebühr: 350 €
12 Unterrichtseinheiten

Bärbel Kolbe, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin (WPO/DKG), Asklepios Klinik Altona, Hamburg

In diesem Seminar geht es um die thematische Reflektion und Erarbeitung von Kriseninterventionsstrategien in der Onkologie. Neben theoretischen Grundlagen erfolgt die Bearbeitung des Umgangs mit schweren Krisen anhand von Fallbeispielen aus dem klinischen Alltag. Es wird zudem die Möglichkeit zur Bearbeitung von Kasuistiken der Teilnehmenden sowohl in Kleingruppen als auch in der Großgruppe geben.

Schwerpunktthemen:

  • Prinzipien der Krisenintervention
  • Die eigene Haltung zu Krisen auf der Grundlage eigener Erfahrungen der Krisenbewältigung
  • Hilfreiche Ressourcen für Kriseninterventionen in der Onkologie
  • Suizidalität zwischen Selbstbestimmung des Einzelnen und Fürsorgepflicht und Schutz des Lebens
  • Therapeutische Interventionen zum Umgang mit Todeswünschen und Selbsttötungsabsichten besonders in der palliativen Behandlungsphase

Akzeptanz und Commitment-Therapie (ACT) in der Psychoonkologie

26. – 27.02.2027 online

Fr. 15.00 – 18.30 Uhr
Sa.  9.00 – 17.00 Uhr

Seminargebühr: 350 €
12 Unterrichtseinheiten

Christina Sauer, PD Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin (WPO/DKG), Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen, Leitung Psychoonkologie, Universitätsklinikum Frankfurt

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) – ein transdiagnostisches Verfahren der dritten Welle der Verhaltenstherapie – bietet aufgrund ihrer existentiellen Ausrichtung und ihrer Thematisierung von Werten, Achtsamkeit und Akzeptanz vielfältige Einsatzmöglichkeiten und erlebnisorientierte Interventionen für die Behandlung psychisch belasteter onkologischer Patient*innen.

Ziel der ACT ist die Etablierung einer achtsamen und akzeptierenden Grundhaltung gegenüber Gedanken und Gefühlen sowie das Bewusstwerden und Verfolgen von Werten und engagierten Handelns.

Das Online-Seminar bietet einen Einstieg in die ACT in der Psychoonkologie. Die sechs Kernprozesse des ACT-Hexaflex (Akzeptanz, Achtsamkeit, Werte, Commitment, Defusion und Selbst als Kontext) werden sowohl theoretisch vermittelt als auch praktisch anhand von Übungen erarbeitet. Die Teilnehmenden lernen ACT-Interventionen kennen, die sie in ihrer psychoonkologischen Praxis anwenden können.

Yoga bei Krebserkrankungen

05. – 06.03.2027 online

Fr.  15.00 – 18.30 Uhr
Sa.   9.00 – 17.00 Uhr

Kursgebühr: 350 €
12 Unterrichtseinheiten

Elisabeth Jentschke, PD Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, zertifizierte Entspannungs- und Yogatherapeutin, Psychoonkologin (WPO/ DKG), CCC Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg

Yoga ist ein zentrales Verfahren der Mind-Body-Medizin. In der S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung onkologischer Patient*innen finden sich zahlreiche Ergebnisse, dass durch Yoga verschiedene krankheits- und therapiebedingte Symptome bei Krebs nachweislich verringert werden können.

Viele Studien zeigen einen positiven Effekt auf die allgemeine Lebensqualität. Ebenso konnte durch Yoga die Verbesserung der Fatigue, Angst, Depressivität und Stressverarbeitung nachgewiesen werden. Achtsamkeits-basiertes Yoga kann in vielen Bereichen zum Einsatz kommen, wie z. B. im Akutkrankenhaus, in der Rehabilitationsklinik oder im ambulanten Setting, wie z. B. einer Psychotherapiepraxis oder Krebsberatungsstelle.

Ausgehend von einem kurzen Überblick über die wesentlichen psychischen Belastungen von Krebspatient*innen wird in diesem Vertiefungsseminar eine Einführung in die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist und die Basiskonzepte des Yoga gegeben. Hierbei werden auch die wichtigsten Forschungsergebnisse zur Anwendung von Yoga bei Krebspatient*innen vorgestellt. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmenden auf Krebspatient*innen abgestimmte Yoga-Übungen kennen und erhalten Anleitungen, um diese in die psychoonkologische Arbeit zu integrieren.

Psychoonkologische Interventionen im akutmedizinischen Krankenhausalltag

09. – 10.04.2027 online

Fr. 15.00 – 18.30 Uhr
Sa.  9.00 – 17.00 Uhr

Seminargebühr: 350 €
12 Unterrichtseinheiten

Bärbel Kolbe, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin (WPO/DKG), Asklepios Klinik Altona, Hamburg

Die Psychoonkologie ist heute in vielen Krankenhäusern fester Bestandteil in zertifizierten Zentren und in der Palliativmedizin. Die Implementierung psychoonkologischer Arbeit als auch die speziellen Arbeitsbedingungen in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen sind dabei für viele psychologische Kolleginnen und Kollegen eine Herausforderung – vor allem, wenn sie als „Einzelkämpfer*innen“ damit konfrontiert sind.

Das Seminar richtet sich an psychoonkologisch tätige Kolleg*innen, die im Akutkrankenhaus im Liaison- und Konsildienst arbeiten. In Form von praktischen Falldarstellungen, Supervision eigener Fälle der Teilnehmenden und Austausch in Kleingruppen, werden hilfreiche Strategien für schwierige und herausfordernde Situationen erarbeitet.

Schwerpunktthemen:

  • Grenzen und Chancen des institutionellen Rahmens
  • Reflektion des Umgangs mit schwierigen strukturellen Bedingungen im Akutkrankenhaus, z.B. aufsuchende Arbeit am Krankenbett, unklare und widersprechende Aufträge, Umgang mit Tabuthemen, Störungen, Bedarfsermittlung, Dokumentation und Datenschutz
  • Psychoonkologische Arbeit mit schwer körperlich beeinträchtigen Patienten: Was ist aus psychoonkologischer Sicht während des stationären Aufenthalts möglich und sinnvoll, wie gestalte ich die Begegnung?
  • Umgang mit schwierigen Angehörigen
  • Umgang mit schwierigen Gegenübertragungsgefühlen (Hilflosigkeit, Wut, Verzweiflung)
  • Die Rolle und Haltung der Psychoonkologen in multiprofessionellen Teams, wie kann gute Zusammenarbeit gelingen?
  • Hilfreiche Ressourcen (nicht nur) für Krisen in der Onkologie

Für den größtmöglichen Praxisbezug sind alle Teilnehmenden eingeladen, eigene Fälle und eigene Fragestellungen mitzubringen.

Endlichkeit und Sinnfindung – Praktische Einführung in das CALM-Konzept für Beratung und Klinik in der Psychoonkologie

16. – 17.04.2027 online

Fr. 12.30 – 18.00 Uhr
Sa.  9.00 – 17.00 Uhr

Seminargebühr: 450 €
14 Unterrichtseinheiten

Katharina Scheffold, Dr. rer. med., M.Sc. Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin (WPO/DKG), Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg
Frank Schulz-Kindermann, Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor, Psychoonkologe (WPO/DKG), Psychotherapeutische Praxis, Hamburg

„Managing Cancer and Living Meaningfully“ (CALM) ist eine individuelle psychoonkologische Kurzzeittherapie für fortgeschritten erkrankte Patienten, die von Gary Rodin et al. (Toronto) entwickelt und an den Universitätskliniken Hamburg und Leipzig in einer randomisiert kontrollierten Studie überprüft wurde. Demoralisierung, Depressivität und Ängste vor Tod und Sterben sollen vermindert, die Kommunikation mit dem medizinischen Behandlungsteam verbessert und Hoffnung sowie Lebenssinn intensiviert werden.

Im Rahmen des Seminars werden Wirkmechanismen und konkrete kurzfristige Strategien der CALM-Therapie praxisnah im Kontext von Beratung und Klinik erläutert und durch Fallvorstellungen vertieft sowie in gemeinsamen Fallbesprechungen erarbeitet. Der Fokus liegt auf den Themen Endlichkeit, Sinnfindung sowie Bindung und deren praktischer Umgang in Gesprächen des medizinischen Behandlungsteams mit Betroffenen und Angehörigen.

Alle Teilnehmende sind eingeladen, eigene Fälle mitzubringen.

Cancer Survivorship – Langzeitüberleben nach Krebs

11. – 12.06.27 online

Fr. 15.00 – 18.30 Uhr
Sa.  9.00 – 17.00 Uhr

Seminargebühr: 350 €
12 Unterrichtseinheiten

Monika Bohrmann, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin (WPO/DKG), Leitung Beratungsdienst, Hamburger Krebsgesellschaft
Georgia Schilling, PD Dr. med., Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, Asklepios Nordseeklinik Westerland, Sylt

In den letzten Jahren hat das Thema Cancer Survivorship, d.h. das Langzeitüberleben mit und nach einer Krebserkrankung, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Während noch vor einigen Jahren v.a. die Prognoseverbesserung und Lebenszeitverlängerung bei Krebspatient*innen und behandelnden Onkolog*innen im Vordergrund standen, geht es jetzt mehr und mehr darum, auch die Lebensqualität der Patient*innen in der Langzeitnachsorge zu beachten.

Nach einer Krebserkrankung und deren Therapie treten oft eine Reihe von körperlichen und seelischen Langzeitfolgen und Spätkomplikationen auf, die zu einer hohen psychosozialen Belastung führen können. In diesem Seminar werden an einer Reihe von Fallbeispielen die häufigsten und wichtigsten körperlichen und seelischen Langzeitfolgen thematisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den psychoonkologisch relevanten Problembereichen wie Depressivität, Rezidivangst, Fatigue, veränderte Sexualität oder kognitive Einschränkungen. Es werden Fragen der Bedarfserfassung, Diagnostik und Durchführung geeigneter Interventionen bearbeitet. Ebenso wird der Stellenwert von Rehabilitationsmaßnahmen, speziellen Nachsorgeprogrammen und weiteren Lösungsansätzen dargestellt. Die Teilnehmer*innen werden ermutigt, eigene Fälle einzubringen.

Zugangsbedingungen

Teilnehmen können Psycholog*innen, Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Klinikseelsorger*innen und verwandte psychosoziale Berufsgruppen mit entsprechendem Hochschulabschluss und beruflicher Erfahrung in der Arbeit mit Krebspatient*innen.


Fortbildungspunkte

Die Akkreditierung erfolgt durch die jeweilige Psychotherapeuten- oder Ärztekammer. Die Kammern erkennen die Akkreditierungen gegenseitig an.

Kosten

350 € pro Online-Seminar mit 12 Unterrichtseinheiten (30 € Rabatt für 2026)
450 € pro Präsenz-Seminar mit 14 Unterrichtseinheiten, inkl. Pausenverpflegung (30 € Rabatt für 2026)


Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular auf dieser WPO-Homepage. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtzeitig Ihren Platz zu sichern!


Stornierung

Die schriftliche Abmeldung ist bis 8 Wochen vor dem Seminar möglich. Die Stornogebühr beträgt 75 €. Bei späterer Absage fallen die vollen Gebühren an.

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