Reinhold-Schwarz-Förderpreis 2020

Prämierte Studien untersuchen Faktoren für die psychische Gesundheit Krebsüberlebender und die Folgen krebsbedingter finanzieller Einbußen

Dr. Mareike Ernst
Dr. Mareike Ernst
Dr. Sara Lena Lückmann
Dr. Sara L. Lückmann

In ihrer Promotionsarbeit spezifiziert Mareike Ernst die nachhaltige Bedeutung des elterlichen Erziehungsverhaltens für die psychische Gesundheit der Langzeitüberlebenden und unterstreicht die Bedeutsamkeit der Eltern-Kind Beziehung im Kontext einer pädiatrischen Krebserkrankung. Von den Gutachtern wird besonders hervorgehoben, dass fast 1.000 Langzeit-Überlebende des deutschen Kinder-Krebsregisters umfassend medizinisch und psychologisch untersucht wurden. Die Arbeit wurde international sehr gut publiziert und unterstreicht die Notwendigkeit psychoonkologischer Angebote für Angehörige.

Die Arbeit von Sara Lena Lückmann widmet sich dem aktuellen und hochrelevanten Thema der finanziellen Einbußen infolge einer Krebserkrankung. Thematisiert werden ebenfalls entsprechende psychische und soziale Folgeproblemen sowie Verarbeitungsstrategien im Umgang damit. Der qualitative Untersuchungsansatz mit differenzierter Methodik und elaborierter qualitativer Datenanalyse wurden von den Gutachtern besonders hervorgehoben. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Krebspatienten auch in Deutschland, mit einem hochentwickelten System der sozialen Absicherung, durch die Erkrankung finanziell stark belastet sind.

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis
für Psychoonkologie

Der Verein für Fort- und Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO), die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (PSO) sowie die Familie Schwarz vergeben alle zwei Jahre den mit 2.500 € dotierten Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie.

Die nächste Ausschreibung erfolgt voraussichtlich Anfang 2022.

Bewerben können sich Personen, die zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 40 Jahre sind. Zielgruppe sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine herausragende Originalarbeit (bereits publiziert oder zur Publikation angenommen) als Erstautorin bzw. -autor vorlegen. Bewertungskriterien sind die Nähe zum Fach Psychosoziale Onkologie, die methodische Qualität sowie inhaltliche und/oder methodische Originalität der Arbeit.

Hintergrund

Reinhold Schwarz

Prof. Dr. med. Dipl.-Soz. Reinhold Schwarz (1946 – 2008) war einer der Pioniere auf dem Gebiet der Psychoonkologie in Deutschland. Er studierte von 1966 bis 1972 Humanmedizin an den Universitäten in Marburg, München und London. 1991 habilitierte er sich und erwarb die venia legendi für die Fächer „Klinische Psychosomatik und Sozialmedizin“.   Von 1984 bis 1997 leitete er die Psychosoziale Nachsorgeeinrichtung für Tumorpatienten des Heidelberger Seminars für Psychosoziale Onkologie und gehörte zu den Begründern der Weiterbildung Psychoonkologie.  Seit 1998 war Reinhold Schwarz als Professor für Sozialmedizin als Leiter der Selbständigen Abteilung Sozialmedizin am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin tätig. 20. November 2008 ist er unerwartet in Leipzig verstorben.

Aufgrund seiner Verdienste wurde er auf Initiative der PSO sowie der Familie Schwarz als Namensgeber für diesen Preis ausgewählt, da er sich Zeit seines Lebens um die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler be­müht hat. Es war immer sein Anliegen, junge Menschen für die Arbeit mit Krebspatientinnen und Krebspatienten zu gewinnen und hochqualifiziertes therapeutisches und wissenschaftliches Arbeiten zu gewährleisten. Der Preis dient der Förderung der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Psychoonkologie.

Nachruf der Universität Leipzig…

Bisherige Preisträger

Dr. Mareike Ernst – Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Mainz.
Dr. Sara Lena Lückmann – wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakulät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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